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Grundlagen

Wie das Gehirn die Realität abbildet, Teil 2: Das Unterbewusstsein

Wie arbeitet das Unterbewusstsein?

Im letzten Beitrag ging es um die Funktionen des Gehirns, das Wesen des menschlichen Geistes und die Arbeitsweise des Bewusstseins. Wir haben gelernt, dass das Bewusstsein die Aufgabe hat, Ideen zu filtern und Sinnesreize zu analysieren, damit wir vom endlosen Informationsstrom aus der Außenwelt nicht überwältigt werden.

Neuro-Linguistisches Programmieren funktioniert, weil es die Natur der beiden Teile des Geistes berücksichtigt und die Stärken jedes Teils nutzt, um konkrete Ziele zu erreichen, etwa Phobien aufzulösen oder negative Erinnerungen zu entschärfen.

Das Unterbewusstsein wird oft als der größere Teil des Geistes beschrieben, als zentrale Verarbeitungsstelle für alle Sinneseindrücke, Impulse, Lebenserfahrungen, Erinnerungen und mehr.

Es stimmt zwar, dass das Unterbewusstsein etwa 80 Prozent deines gesamten Geistes einnimmt. Trotzdem bleibt das Bewusstsein für lebenswichtige Aufgaben zuständig, etwa für Entscheidungen in Sekundenbruchteilen und für die logische Analyse.

Dein Unterbewusstsein hat einen ganz eigenen Aufgabenbereich:

1. Zusammenhänge herstellen

Das Bewusstsein kann Informationen nur in Häppchen von etwa fünf bis sieben Einheiten gleichzeitig verknüpfen. Im Umgang mit neuen Informationen ist das Bewusstsein tatsächlich sehr begrenzt, denn es kann sehr schnell überlastet sein.

Die Lösung des Gehirns für dieses Problem: Es reicht die Informationen an das Unterbewusstsein weiter. Dein Unterbewusstsein nutzt dann seine ganzheitliche Fähigkeit, um aus den zusammenhanglosen Informationshäppchen eine größere, sinnvolle Struktur zu formen.

Am deutlichsten zeigt sich diese Fähigkeit, wenn du einen „Heureka-Moment” erlebst, also wenn eine großartige Idee oder ein Plan scheinbar aus dem Nichts auftaucht.

Diese plötzlichen Geistesblitze und Momente mentaler Klarheit entstehen, wenn dein Unterbewusstsein die Verarbeitung bestimmter Informationspakete abgeschlossen hat. Die Verarbeitung selbst läuft auf unterbewusster Ebene ab, deshalb lässt sie sich bewusst kaum wahrnehmen.

2. Erinnerungen erschaffen

Die rohen Informationen, durch die wir das Leben erfahren, landen zuerst im Bewusstsein, wo sie in eine logische Struktur gebracht werden. Das Unterbewusstsein nimmt diese logische Struktur dann auf und kodiert sie als Erinnerung.

Wie speichert das Gehirn Erinnerungen?

Man geht davon aus, dass das Gehirn bei jeder neuen Erinnerung eine physische neuronale Verbindung im Organ selbst anlegt. Unsere Erinnerungen „existieren” also nicht bloß in einem abstrakten Raum namens Unterbewusstsein. Sie werden über neuronale Verbindungen physisch im Gehirn gespeichert.

Wie hilft uns das Unterbewusstsein beim Erinnern?

Unsere Erinnerungen haben Submodalitäten, also Eigenschaften wie Lautstärke, Tonfall, Farbe und so weiter. Das Unterbewusstsein ordnet diese Submodalitäten weiter und verknüpft die Erinnerung mit den passenden Emotionen.

Eine Erinnerung ist immer nur die mentale Repräsentation eines erlebten Ereignisses.

Deine Erinnerung ist nicht das Ereignis selbst. Rechne also damit, dass deine Erinnerungen gefärbt sind, denn sie werden von deinem Unterbewusstsein erschaffen. Anders als Camcorder oder Aufnahmesoftware wählt das Unterbewusstsein beim Erstellen von Erinnerungen einen Blickwinkel, der dich in ein vorteilhaftes Licht rückt.

Warum gibt es dann starke negative Erinnerungen?

Wenn unser Unterbewusstsein uns doch helfen will, warum haben wir dann so eindringliche, negative Erinnerungen? Das hängt damit zusammen, dass dein Gehirn dich als den wichtigsten Menschen der Welt betrachtet. Negative Erinnerungen werden gespeichert, weil sie dich vor ähnlich schlechten Erfahrungen in der Zukunft schützen sollen.

Im Kern liefern negative Erinnerungen Lektionen, mit denen du in Zukunft bessere Ergebnisse erzielen kannst. Im NLP ist die innere Untersuchung von Erinnerungen ein Muss, wenn du Problemen wie Aufschieberitis oder unerklärlichen Ängsten auf den Grund gehen willst.

3. Kreativ sein

Kreativität verbinden viele Menschen mit Tätigkeiten wie Klavierspielen oder Malen auf Leinwand. Das sind kreative Beschäftigungen, die den endlosen Vorrat an Kreativität des Geistes voll ausschöpfen. Aber wusstest du, dass wir unseren kreativen Geist auch bei den einfachsten Tätigkeiten nutzen?

Kreativität wird definiert als „das Erschaffen origineller Ideen”.

Wie nutzen wir originelle Ideen?

Eine originelle Idee ist im Grunde jedes Gedankenkonstrukt deines Geistes, das anschließend Teil einer Lösung für ein aktuelles Problem wird. Unsere Kreativität erlaubt uns, unsere Vorstellung vom Machbaren zu dehnen, sodass wir leichter durchs Leben kommen.

Wenn du über künstlerische Aktivitäten mit deiner kreativen Seite in Kontakt kommst, stimulierst du den Teil deines Unterbewusstseins, der für deine Vorstellungskraft zuständig ist. Nimm diesen Teil deines Geistes nicht als selbstverständlich hin, denn er kann dir helfen, indem er kreative Wege zur Problemlösung und Zielerreichung entwickelt.

Merke dir: Wann immer dir etwas gelingt, das du für unmöglich gehalten hast, solltest du dich bei deiner Vorstellungskraft bedanken. Sie hat alle möglichen Lösungen und Szenarien für dich durchgespielt, sogar im Schlaf!