N NLPmeistern
Grundlagen

Wie das Gehirn die Realität abbildet, Teil 1: Bewusstes Denken

Wie hält uns das menschliche Gehirn eigentlich am Laufen?

Das menschliche Gehirn ist ein außergewöhnliches Meisterwerk der Natur. Es arbeitet 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, ohne Pause. Selbst im Schlaf schaltet sich unser Gehirn nicht ab, denn es muss auch während der tiefsten und erholsamsten Schlafphasen die Zeit im Blick behalten und Sinnesreize verarbeiten.

Sinneseindrücke werden im Schlaf unterbewusst gefiltert und analysiert, damit wir aufwachen, wenn Rauch von einem Feuer in der Luft liegt oder wenn zu starke Erschütterungen auf ein mögliches Erdbeben hindeuten.

Dein Gehirn als Schutzsystem

Unser Gehirn hält uns sicher, wenn wir Auto fahren, Tennis spielen oder einfach nur die Straße entlanggehen. Es führt Berechnungen in Sekundenbruchteilen durch und sendet die passenden elektrochemischen Signale an unsere Muskeln, damit wir in einer potenziell gefährlichen Situation blitzschnell reagieren können.

Wenn wir Angst vor etwas oder jemandem haben, aktiviert unser Gehirn eine körperliche „Kampf-oder-Flucht”-Reaktion, die unsere natürliche Körperkraft steigert.

Diese natürliche Reaktion verschafft uns genug Energie, um uns gegen einen Angreifer zu wehren oder aus einer gefährlichen Situation zu fliehen. Das menschliche Gehirn ist wirklich ein organisches Wunderwerk, das eine ordentliche Portion Pflege und Aufmerksamkeit verdient.

Was genau ist der „menschliche Geist”?

Der menschliche Geist ist die Gesamtheit aller bewussten und unterbewussten Gehirnprozesse, die es uns ermöglichen, als Individuen zu funktionieren. Er ist der beobachtbare Ausdruck unserer Gehirnaktivität, und zum Glück können wir viele wichtige Dinge über uns selbst lernen, wenn wir den menschlichen Geist und seine Funktionsweise studieren.

Unser Geist besteht aus zwei sehr unterschiedlichen Teilen: dem Bewusstsein und dem Unterbewusstsein.

Manche Menschen würden einwenden, dass sich der Geist nicht zweiteilen oder überhaupt aufteilen lässt. Das ist jedoch eine falsche Annahme, denn wir können nicht auf jede gespeicherte Erinnerung und Erfahrung zugreifen, selbst wenn wir hellwach sind. Diese offensichtliche Grenze zeigt uns: Der Geist, den wir kennen, ist nur ein kleiner Teil eines viel größeren Ganzen.

Was leistet das Bewusstsein?

Das Bewusstsein macht etwa 20 Prozent deines gesamten Geistes aus. Das mag nach einem kleinen Anteil klingen, aber der Geist ist ein riesiger Raum, und 20 Prozent dieser besonderen „Fläche” zu belegen bedeutet, dass das Bewusstsein ziemlich wichtig ist.

Dein Bewusstsein ist für die folgenden Funktionen zuständig:

1. Wahrnehmung

Das Bewusstsein empfängt über die Sinnesorgane einen endlosen Strom von Reizen aus der Umgebung. Trotzdem schafft es, dir ein Maß an Wachheit zu verschaffen, mit dem du denken, Entscheidungen treffen und handeln kannst, wann immer es nötig ist.

Unsere Sinnesorgane sind darauf ausgelegt, pausenlos zu arbeiten. Das Bewusstsein muss daher Hunderte Arten von Reizen analysieren und filtern, damit du auf die wichtigsten reagieren kannst. Wenn ein Mensch wach ist, Tätigkeiten nachgeht und mit anderen interagiert, sagt man, dass sein Wachbewusstsein normal funktioniert.

2. Ideen filtern

Das Bewusstsein filtert nicht nur Reize unserer Sinnesorgane wie den Duft von Seife oder das seidige Gefühl einer Lotion. Es ist auch dafür verantwortlich, verschiedene Ideen anzunehmen oder abzulehnen.

Die Kriterien, die bestimmen, was akzeptabel ist und was verworfen werden sollte, werden dem Bewusstsein allerdings vom Unterbewusstsein zugeliefert. Deshalb neigen wir dazu, in vergleichbaren Alltagssituationen immer wieder dieselben Meinungen zu äußern.

Ein Beispiel: Der Zeuge eines Autounfalls sagt vielleicht „Es ist falsch, sich betrunken ans Steuer zu setzen”, wenn er sieht, dass ein alkoholisierter Fahrer den Zusammenstoß verursacht hat.

3. Logik

Wir wissen, dass das Bewusstsein die Welt um uns herum analysiert. Aber womit eigentlich? Das wichtigste Werkzeug deines Wachbewusstseins ist die Logik.

Die Logik jedes Menschen hat ihre ganz eigenen Qualitäten, es gibt keine einheitliche Logik, die für alle gilt. Logik wird definiert als „Schlussfolgern anhand von Gültigkeitsmaßstäben”. Jeder Mensch hat andere Lebenserfahrungen und einen anderen Bildungsweg, deshalb können diese Gültigkeitsmaßstäbe völlig unterschiedlich ausfallen, wenn wir zwei oder mehr Personen zufällig miteinander vergleichen.

Der subjektive Rationalismus ist ein wichtiges Konzept im Neuro-Linguistischen Programmieren (NLP). Denn um Veränderung bei uns selbst oder bei anderen Menschen zu bewirken, müssen wir verstehen, wie subjektive Logik beziehungsweise subjektives Denken überhaupt entsteht.

4. Lineare Verarbeitung von Ideen

Hast du dich jemals gefragt, warum technische Handbücher und sogar Schulbücher Informationen nach dem „Schritt-für-Schritt”-Modell vermitteln?

Die Wurzel dieses auffälligen Musters liegt darin, wie das Bewusstsein Informationen verarbeitet. Das Bewusstsein mag keine Unordnung. Wann immer es kann, bringt es neue Informationen in eine lineare Struktur. Es verarbeitet Wissen der Reihe nach, sodass auch das Anlegen von Erinnerungen leichter fällt.