Körpersprache entschlüsselt, Teil 3
Nonverbale Sprache oder Körpersprache ist ein mächtiger Bestandteil des Kommunikationskreislaufs, denn sie hilft dir, sowohl die inneren Reaktionen deines Gegenübers als auch sein äußeres Verhalten zu verstehen. Aus den nonverbalen Ausdrücken und Gesten deines Gesprächspartners lassen sich viele Informationen über seine Einstellung und Denkweise ablesen.
In diesem Teil konzentrieren wir uns auf den Händedruck, Armgesten und weitere Handgesten, die Menschen häufig verwenden.
Was steckt in einem Händedruck?
Der Händedruck ist eine der ältesten Gesten der Menschheitsgeschichte. Schon die alten Römer schüttelten Hände und Arme, um zu zeigen, dass sie keine Klingen oder andere Waffen versteckten.
Die Hand eines anderen Menschen zu halten ist eine universelle Geste für Verbundenheit und Zusammenhalt. Richtig und in der passenden Situation ausgeführt, kann ein Händedruck einen neuen Bekannten ziemlich leicht für dich gewinnen.
Ob du es glaubst oder nicht: Ein Händedruck vermittelt je nach Ausführung ganz unterschiedliche Botschaften.
1. Der dominante Händedruck
Ein dominanter Händedruck liegt vor, wenn eine Person der anderen die Hand mit nach unten gerichteter Handfläche entgegenstreckt. Autoritätspersonen machen oft den Fehler, den dominanten Händedruck auszuführen, weil sie andere gern daran erinnern, dass sie das Sagen haben.
Wenn es jedoch deine Absicht ist, mit der anderen Person gut auszukommen und sie schließlich zu beeinflussen, hilft dir ein dominanter Händedruck nicht weiter.
Diese Art von Händedruck überträgt sofort eine negative Stimmung auf dein Gegenüber, und er könnte sich durch deine Gegenwart sogar bedroht fühlen. Merke dir: Ein vorsichtiges Gegenüber ist resistenter gegenüber neuen Ideen und Bitten.
2. Der unterwürfige Händedruck
Der unterwürfige Händedruck entsteht, wenn die Person, die die Hand ausstreckt, ihre Handfläche bewusst öffnet und nach oben richtet, als würde sie ein Stück Brot empfangen.
Unterwürfigkeit ist, genau wie Dominanz, im Kontext effektiver Kommunikation nicht hilfreich, denn sie vermittelt deinem Gegenüber den falschen Eindruck, dass du nur da bist, um Ideen passiv hinzunehmen.
Ein Gesprächspartner, der dich für unterwürfig hält, wird womöglich versuchen, das Gespräch zu kontrollieren und alle möglichen Vorteile aus der Begegnung zu ziehen.
3. Der ausgleichende Händedruck
Der ausgleichende Händedruck ist der beste Händedruck, denn er sendet die Botschaft, dass du eine Autorität bist, aber gleichzeitig bereit, respektvoll mit deinem Gegenüber umzugehen.
Du führst einen ausgleichenden Händedruck aus, indem du die Hand der anderen Person gerade greifst, sodass eure Handflächen nahezu perfekt parallel zueinander stehen.
Du kannst den ausgleichenden Händedruck auch dann durchsetzen, wenn dein Gegenüber versucht, dir einen dominanten oder unterwürfigen Händedruck zu geben.
Vielleicht bist du versucht, einen unterwürfigen Händedruck einfach anzunehmen. Das ist aber nicht die beste Art, jemandem die Hand zu schütteln, denn auch ein unterwürfiges Gegenüber kann sich neuen Ideen widersetzen.
Sende stattdessen die Botschaft, dass ihr beide während der Interaktion auf Augenhöhe seid.
Häufige Arm- und Handgesten und ihre Bedeutung
Menschen gestikulieren häufig mit Armen und Händen, besonders wenn ihnen etwas durch den Kopf geht, das sie mit Worten nicht recht ausdrücken können.
Wenn du auf diese Art von Körpersprache achtest, kann sie dir den wahren inneren Zustand deines Gegenübers offenbaren.
1. Händereiben
Das Reiben der Handflächen signalisiert Aufregung oder Vorfreude. Normalerweise reibt sich eine Person kräftig die Hände, wenn sie einen großen Vorteil auf sich zukommen sieht. Langsameres Händereiben bedeutet, dass ein Teil des Vorteils mit einer anderen Person geteilt wird.
2. Daumenreiben
Wer Daumen und Finger aneinander reibt, drückt damit unmittelbar den Wunsch nach Bargeld oder Geld aus. Verkaufspersonal nutzt diese Geste oft, um Ersparnisse oder Rabatte anzudeuten.
Diese Geste ist allerdings nicht besonders professionell und sollte in einem formellen Gespräch vermieden werden, vor allem wenn dein Gegenüber eine Führungskraft oder ein Manager ist. Du könntest als jemand rüberkommen, der nur ans Geld denkt, und mit so jemandem hat niemand gern zu tun.
3. Verschränkte Hände
Wenn eine Person ihre Finger ineinander verschränkt und so die Hände verbindet, kann sie damit Folgendes kommunizieren:
- “Ich höre zu”
- “Ich bin zufrieden”
- “Ich bin wütend”
Die Position und Anspannung der Hände verraten die allgemeine Verfassung deines Gegenübers. Siehst du, dass dein Gesprächspartner die Hände in irgendeiner Form verschränkt und angespannt wirkt, stimmt etwas nicht.
Eine direkte Nachfrage kann helfen, diesen inneren Widerstand abzubauen, damit du den verborgenen Einwänden deines Gegenübers auf den Grund gehen kannst.
4. Hände vorne / Hände hinten
Wenn eine Person ihre Hände vor dem Körper zusammenhält, signalisiert sie, dass sie sich in der aktuellen Situation unwohl oder unsicher fühlt.
Unsicherheit, Sorge und Angst tragen alle zur Verwendung dieser Geste bei. Wer dieses Signal nutzt, versperrt effektiv den Zugang zu seinem Intimbereich, der als eine der verletzlichsten Stellen der menschlichen Anatomie gilt. Umgekehrt drückt eine Person, die die Hände hinter dem Rücken hält, Selbstbewusstsein aus.