Dein Wertesystem unter der Lupe, Teil 2
Wie entstehen Werte eigentlich? Im ersten Teil dieser Serie hast du erfahren, dass Werte die stärksten Motivatoren in unserem Leben sind. Dein Wertesystem beeinflusst die Bildung deiner unbewussten Überzeugungen, und diese wirken sich direkt darauf aus, wie du in unterschiedlichen Situationen denkst und handelst.
Im NLP besteht der erste Schritt, um alte Werte zu verändern oder neue zu entwickeln, darin, sie aus den Tiefen des Unterbewusstseins hervorzuholen, also zu elizitieren.
Die gute Nachricht: Für diesen Prozess brauchst du nicht mehr als einen Stift und einen Block Papier.
Warum du deine Kernwerte bestimmen solltest
Der Sinn dahinter, deine persönlichen Kernwerte zu ermitteln, ist es, ein Problem (oder eine ganze Reihe von Problemen) anzugehen, das dich schon seit langer Zeit belastet. Menschen, die viele Konflikte in ihrem Leben erleben, haben oft Schwierigkeiten mit ihrem Wertesystem.
Wenn du all deine Werte schwarz auf weiß vor dir siehst und sie tatsächlich untersuchen kannst, hilft dir das, zu analysieren und zu verstehen, was gerade in deinem Leben passiert. Manchmal reicht schon eine kleine Liste, um aus einem unbewussten Muster “aufzuwachen” und positive Veränderungen anzustoßen.
Jeden Teil deines Wertesystems kannst du in vier einfachen Schritten ans Licht holen.
Schritt 1: Wähle einen Lebensbereich
Unser Leben lässt sich grob in sieben miteinander verbundene Bereiche oder Domänen unterteilen. Um das richtige Set an Werten zu untersuchen, musst du zunächst bestimmen, welche Bereiche deines Lebens betroffen sind.
Persönliche Schwierigkeiten können in einen oder mehrere der folgenden Bereiche fallen:
- Persönliche Entwicklung
- Spirituelle Bedürfnisse
- Körperliche Bedürfnisse
- Soziale Bedürfnisse
- Familienleben
- Persönliche Finanzen
- Berufsleben
Es kommt häufig vor, dass sich ein Problem über zwei oder mehr Bereiche erstreckt. Ein Beispiel: Wenn jemand sich wegen Schulden Sorgen macht und sich in einem schlecht bezahlten Job nicht wertgeschätzt fühlt, dann durchschneidet dieses Problem offensichtlich drei Lebensbereiche: persönliche Entwicklung, persönliche Finanzen und Berufsleben.
Schritt 2: Schreibe deine zentralen Werte auf
Der einfachste Weg, diese Information aus deinem Unterbewusstsein hervorzulocken, ist die Frage “Was ist mir am allerwichtigsten?”, während du an deine Zielbereiche denkst.
Mach dir keine Gedanken über die mentalen Prozesse dahinter, dein Verstand erledigt das ganz von allein. Wichtig ist nur: Notiere die erste Welle an Ideen, die unmittelbar nach dieser “großen Frage” auftaucht. Unterstützende Werte folgen später von selbst.
Schritt 3: Priorisiere deine Werte
Wenn du Schritt 2 gemeistert hast: Glückwunsch! Du hast jetzt Zugang zu einem Teil deines Kernwertesystems.
Aber diese Information können wir noch nicht direkt nutzen. Zuerst müssen wir sehen, wie du diese Werte unbewusst priorisiert hast. Nimm deine Liste und nummeriere die Einträge. Achte darauf, dass der wichtigste Wert die “1” bekommt.
Hier eine Beispielliste als Anregung:
- Sicherer Arbeitsplatz (4)
- Glückliche Familie (2)
- Echte Gesundheit (3)
- Glück (1)
- Künstlerischer Ausdruck (5)
Schritt 4: Finde den fehlenden Wert
Ein Wertesystem verursacht oft dann Rückschläge, wenn ein Wert fehlt. Überlege dir, welchen Wert du deinem aktuellen Set hinzufügen kannst, um wieder Balance in deine Zielbereiche zu bringen.
Ein Beispiel: Du hast bereits einen gut bezahlten Job, bist im Berufsleben aber trotzdem unglücklich und unerfüllt. Dann gibt es vielleicht etwas in deinem Wertesystem, das dich davon abhält, Ziele zu verfolgen, die dich wirklich glücklich machen würden.
Wie du widersprüchliche Werte auflöst
Falls du in deinem Wertesystem einen widersprüchlichen Wert entdeckst, kannst du eine einfache NLP-Technik nutzen, um deinen Verstand darauf zu konditionieren, einen neuen Wert anzunehmen, den du entwickeln möchtest.
Ein Beispiel: Wenn dein Wert “Freigeist” in direktem Konflikt mit deinem Wert “stabiles Familienleben” steht, dann ist die praktikabelste Option, die inneren Repräsentationen dieser beiden Werte zu vertauschen.
Submodalitäten-Übung: Werte tauschen
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Stell dir zuerst den Wert vor, den du ersetzen möchtest. Achte auf die Submodalitäten seiner inneren Repräsentation (zum Beispiel Farbe, Klang, Temperatur und so weiter).
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Stell dir dann den zweiten Wert vor, also den Wert, den du stattdessen entwickeln möchtest. Beobachte auch hier, wie dein Unterbewusstsein ihn in deiner Erinnerung codiert hat.
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Tausche nun die Submodalitäten beziehungsweise die Eigenschaften der beiden Werte gegeneinander aus. Bewährt hat sich dabei, zuerst die visuellen Submodalitäten zu tauschen und sich erst danach den anderen Merkmalen zuzuwenden.
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Prüfe dein Gefühl: Wie stehst du jetzt zu deinem alten Wert? Wenn du dich immer noch stark mit ihm verbunden fühlst, wiederhole die Übung einfach, bis du die Submodalitäten-Technik erfolgreich genutzt hast, um den alten Wert schneller zu ersetzen oder abzulegen.